Fliegen, der ewige Traum des Menschen
Schon 100 n. Chr. sollen sich wagemutige Chinesen an regenschirmähnlichen Gestellen von hohen Türmen "herabgestürzt" haben. Leonardo da Vinci zeichnet erste Fallschirmkonstruktionen um 1495. Der erste echte Fallschirmsprung ging von einem Heißluftballon aus und gelang im Jahre 1793. Somit war ein "Luftrettungsgerät" entdeckt und das Militär sorgte für dessen Weiterentwicklung. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Fallschirm auch als Sportgerät genutzt. Der Kanadier Domina Jalbert erfand 1964 den lenkbaren Flächenschirm. Zehn Jahre lang wurde er nur für Flugzeugabsprünge ver-wendet. Dann kam ein erster Bericht, verfaßt von dem Amerikaner Dan Poyuter, in welchem er mit "Parasailing" die Bergstartmöglichkeit beschrieb. Zunächst waren es Fallschirmspringer, die diese neue Sportart betrieben und dabei sicher immer öfter von Bergstei-gern beobachtet wurden, die darin auch bald eine Abstiegsmöglichkeit sahen. Nach ersten kleinen Wettkämpfen wurde das Gleitschirmfliegen 1985 in Frankreich populär. Deutschland und Öster-reich zogen 1987 nach. Im April '87 kam vom deutschen Gesetzgeber der Segen dazu und eine rasante Entwicklung begann:
![]() | 1987 Gleitzahl 4, Sinken 2m/s, max. Flugzeit 6 Stunden |
![]() | 1988 Gleitzahl 5, Sinken 1.6m/s, 40km Dreiecksflug |
![]() | 1989 Gleitschirmliga wird gegründet, elliptische Kappenfor-men setzen sich durch, die Zeit der "Matratzen" ist vorbei |
![]() | 1990 fliegt Dominik Müller in den Alpen die erste 100km Strecke |
![]() | für 1993 sind in den Wettbewerbslisten schon 48 Flüge über 100km registriert |
Es ist nicht nur das fliegerische Können, was derartige Leistungen ermöglicht, es sind natürlich auch die Schirme. Die Neu- und Weiterentwicklungen finden in immer kürzeren Zeitabständen statt. Die ständig hinzukommenden Meisterzulassungen sind kaum noch zu überblicken. Für uns Flieger bleiben da eigentlich kaum noch Wünsche offen. Um so wichtiger ist es jetzt, daß man sine fliegerische Leistungsfähigkeit realistisch einschätzt, damit unser schöner Sport bleibt was er ist - ein herrliches Naturerlebnis.
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Kössen 1987 (c) Hakan Emci |

